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Der graue Engel
 
von Moritz Rinke (Berliner Erstaufführung)


Agnes Hilpert
Urs Werner Jaeggi

Regie:
James Edward Lyons
Ausstattung:
Zoltan Labas

Musik/Arrangements 
Ferdinand von Seebach

Premiere:
22. April 2009

 

 

"Regisseur James Edward Lyons ist ein Theaterabend mit lang nachklingenden Bildern gelungen. Auch dank der überragend agierenden Agnes Hilpert als alternde Marlene Dietrich. Frappierend ähnlich in Gestik, Mimik und Optik, rührt sie trotz der komischen Selbstinszenierung Marlenes als tragische Gestalt.
Mit allen gebotenen Allüren dekliniert sie mit ihrem stummen Faktotum Konstantin (großartig: Urs Werner Jaeggi) jeden Tag das gleiche Manuskript durch. Umgeben von staubigen Artefakten ihres einstigen Ruhms, aufgeschichtet in Kofferstapeln, träumt sie von ihrer strahlenden Vergangenheit und einer triumphalen Rückkehr in "ihr" Berlin.
"
Berliner Morgenpost

video

Der graue Engel von Moritz Rinke ist eine poetisch-absurde Phantasie über die letzten Tage von Marlene Dietrich in ihrem abgeschlossenen Pariser Wohnung. Es ist die tragi-komische Selbstinszenierung einer Göttin, die von ihrem selbst-erschaffenen Mythos nicht loslassen kann. Sie thront wie eine trotzige Göre in ihrem einsamen Bett, und herrscht wie eine eiserne Königin ohne Reich. Täglich probt sie ihre letzte große Reise nach Geburtsstadt Berlin und übt den Text ihres künstlichen Lebens. Im Zimmer stehen lauter Kisten mit Erinnerungsstücken, gestapelt, Berge von Assessoires und Briefen. Die Erinnerungen an ihrer Kindheit in Schöneberg haben sich tief in ihre Seele eingeritzt. Dass ihr nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland so viel Hass entgegen geschlagen war, hat sie tief verletzt. Sie hat nicht verstanden, dass man sie als Verräterin beschimpfte. Sie träumt davon, nach Berlin zurückzukehren, und - im Tod - schafft sie es.